
Bieszczady – die polnischen Waldkarpaten
Im südöstlichen Zipfel von Polen, im Dreiländereck Polen – Slowakei – Ukraine gelegen, bildet der polnische Teil der Waldkarpaten den nördlichsten Ausläufer des Karpatengebirges.
Steil sind die Waldkarpaten nicht, aber man sollte die Zeit nicht unterschätzen, die benötigt wird, um auf markierten Wanderwegen die in etwa 1.400 Metern Höhe gelegenen, nackten Poloniny – die Gebirgskämme – zu erreichen. Während man an den Hängen dichte Wälder vorfindet, sind die Bergkämme hier lediglich mit kargem Gras bewachsen, die sich im Sommer oft in bunte Blumenteppiche verwandeln. Der 60×50 km große Gebiet ist Nationalpark und wurde gemeinsam mit seinem ukrainischen und slowakischen Pentanten in die Liste der UNESCO-Naturreservate aufgenommen.

Die Bieszczady sind das mit Abstand am dünnsten besiedelte Gebiet Polens. Dies war noch bis 1947 anders. Der Bevölkerung war vorgeworfen worden in den polnisch-ukrainischen Auseinandersetzungen nach Ende des Zweiten Weltkriegs angeblich ukrainische Partisanen zu unterstützen. Als Vergeltungsmaßnahme wurden sie im Rahmen der so genannten „Aktion Weichsel“ von der kommunistischen Regierung teils in die Sowjetunion, teils in andere Regionen Polens zwangsumgesiedelt. Ihre Häuser wurden niedergebrannt oder dem Verfall preisgegeben. Heute zeugen noch die kleinen orthodoxen Holzkirchen, die an vielen Stellen vorzufinden sind, von der untergegangenen Kultur der Lemken und Bojken, zweier ukrainischer Volksstämme griechisch-orthodoxen Glaubens, die einst Seite an Seite mit katholischen und jüdischen Polen in dieser Gegend gelebt haben.
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